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Trockenfleisch – von der Notwendigkeit zur Delikatesse

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by: findur
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Es ist schon eigenartig, wie manche Lebensmittel im Laufe der Zeit ihren Status ändern. Der Hering beispielsweise galt einst als Nahrung der einfachen Leute, da er stets in großen Mengen verfügbar war. Heutzutage ist er in verschiedenen Zubereitungsvarianten eine Delikatesse, die alles andere als billig ist. Das hat natürlich auch mit der Überfischung zu tun. Ähnlich ist es aber mit einer Speise, die früher aus der Not heraus von Bergbauern oder Steppenbewohnern konsumiert wurde. Die Rede ist vom Trockenfleisch. Wer denkt schon daran, welch bedeutende Rolle getrocknetes Fleischpulver bei der Eroberung Zentralasiens durch Dschingis Khans Mongolen gespielt hat, wenn er sich genüsslich leckeres Beef Jerky auf der Zunge zergehen lässt? Damals aßen die Soldaten das Trockenfleisch, weil es auf ihren langen Feldzügen nicht verdarb und man es mit etwas Wasser überall und jederzeit zu einer leckeren und vor allem kräftigenden Suppe aufbrühen konnte. Außerdem nahm es keinen Platz weg und wog nicht viel, so dass es auf dem Ritt nicht zu einer Belastung für die Pferde wurde. Wohl niemand hätte sich damals träumen lassen, dass man es auch noch in einer Welt essen würde, in der jede Art von Lebensmitteln ständig verfügbar ist und niemals weiter entfernt als der nächste Supermarkt – oder der heimische Computer. Und doch gibt es inzwischen die Möglichkeit, sein Beef Jerky, getrocknetes Rindfleisch, online zu bestellen und es sich nach Hause schicken zu lassen, ebenso wie Pork Jerky, Turkey Jerky oder Chicken Jerky – also getrocknetes Fleisch vom Schwein, Truthahn oder Huhn. Und die Menschen von damals hätten sich sicher auch nicht träumen lassen, dass uns heute weniger die Frage bewegt, woher wir genug Fleisch bekommen – als vielmehr die Frage, wie wir es anstellen, nicht zuviel davon zu essen. Genügen doch schon wenige hundert Gramm Beef Jerky, um den Kalorienbedarf eines normalen Erwachsenen für einen ganzen Tag zu befriedigen. Und wer mag dann schon aufhören?

über den Autor

Andreas Mettler - presse@mettlerweb.de


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